Spielen ist was für Kinder

Grüße!

Meine heutigen Worte richten sich in erster Linie an euch, Brüder und Schwestern der 70er und 80er Jahre. Ihr seid es, die wie ich die „goldene Ära“ der Videospielzeit mitgemacht haben – mit Atari VCS 2600, dem C-64, dem NES, dem ersten Gameboy und Flipper-Automaten.

Und ihr seid alt genug, um selber Kinder zu haben. So wie ich.

Christian spieltKennt ihr die Sätze „Aus dem Alter müsstest du doch raus sein“, „Was für ein Kinderkram“ oder „Spielen ist was für Kinder“? Sehr beliebte Sätze bei Eltern, Tanten und Großeltern, die einem beim „Daddeln“ über die Schultern gesehen und ob der quietschbunten Bilder und Flimmereien leicht angewidert den Kopf geschüttelt haben.

Kind: „Papa, spielst du mit mir ne Runde Space Invaders?“
Papa: „Eher ess ich den Eintopf deiner Mutter.“
Mama: „ICH HAB DAS GEHÖRT!“

„Daddeln“ … welch Wort. Es ist nahezu ausgestorben, oder? Ein fast vergessenes Überbleibsel unserer Generation. Eine Erinnerung an die guten alten Tage. Daddeln. Wir sind „Daddler“. Heute sind es die „Gamer“ – und die „echten Gamer“, die sich als elitäre „Core-Gamer“ bezeichnen, packen die anderen (natürlich ihnen unterlegenen) „Gamer“ in Schubladen, wie etwa die unsäglichen „Casual-Gamer“, die sich von Kinect, Move, FarmVille, Dance Central und Angry Birds berauschen lassen und damit so riesige Umsätze generieren, dass die „Core-Gamer“ befürchten, sie finden in wenigen Jahren keine Beachtung mehr.
Wir waren, sind, und werden jedoch immer bleiben: Daddler. Haben wir damals unterschieden?

Gut, genug in Erinnerungen geschwelgt, genug ein Gemeinschaftsgefühl generiert. Jetzt geht es ans Eingemachte.

SPIELEN IST WAS FÜR KINDER.

Ja, ist es – das gilt nicht nur für den Menschen, sondern auch für Tiere. Beim Spielen lernen wir fürs Leben. Wir – auch die Tiere – lernen Körperbeherrschung, Motorik, soziales Verhalten („Du bist in meinem Team!!!“ *watsch*), Kreativität, und und und. Ob es jetzt draußen beim Fußball Spielen ist, oder drinnen mit den Legosteinen, oder gar auf der Couch an der Konsole – Spielen ist wichtig, für Kinder, für Jugendliche und inzwischen für uns ganz große Erwachsene. Eine Partie Fifa ersetzt dabei keinen echten Bolzplatz, eine Runde Lego Harry Potter ersetzt kein Zusammenbasteln einer richtigen Ritterburg. Aber als Abwechslung, gerne! Als Ergänzung, natürlich!

Das haben wir doch früher genauso gemacht, wir „Daddler“. Damals, in den 70ern, 80ern und frühen 90ern. Ich fing damals ungefähr genau in dem gleichen Alter an, mit Konsolen zu spielen, wie meine Tochter heute.
Ich muss etwa 4-5 Jahre alt gewesen sein, als ich mit meinem 11 Jahre älteren Bruder am o.g. Atari oder dem Commodore 16+4 gesessen habe. Wenn das Wetter schlecht war, oder wir einfach Lust drauf hatten.
Bei meiner Tochter fings ungefähr an, als ich mir die Playstation 3 holte – also irgendwann kurz nach dem 4. Geburtstag.

Sie beobachtete mich, als ich das – wirklich gute! – „Sonic 4 Episode 1“ spielte. Sie mochte Sonic sofort, er war ihr unheimlich sympathisch. Auch hatte ich die ganz nette Demo von „Sonic Unleashed“. Irgendwann wollte sie auch mal. Na klar!
Kinder wollen ALLES ausprobieren, was ihre Eltern ihnen vormachen.
Und dazu eignet sich das PS3-Pad wirklich perfekt. Viele verteufeln es, weil es so klein ist. Nun, für meine Tochter und auch für mich (ich habe zu meiner Körpergröße proportional passende Hände … hehe) perfekt. Der DualShock 3 passt ganz gut in ihre winzigen Tatzen, und meine Hände dann noch drumherum, sodass ich ihr beim Steuern, Springen, Laufen und Ringe Sammeln behilflich sein konnte. Und es hat ihr echt Spaß gemacht, na klar!

Inzwischen ist sie 5 und auf meine Hilfe nicht mehr angewiesen. Nicht, weil sie jeden Tag trainiert wie ein eSportler (sie spielt mit mir an der Konsole an höchstens 2-3 Tagen in der Woche), sondern weil sie ein Kind ist. In diesem Alter lernen sie nämlich am besten, aber das ist natürlich nichts neues.

Am liebsten spielt sie mit mir an der PS3, verfügt aber auch Grundkenntnisse der Steuerung von Oblivion am PC. Ja, meine Tochter geht mit Maus und Tastatur um! Was macht sie am liebsten bei Oblivion? Sie reist zu meinem Schloss (sie weiß ja, wo auf der Karte das Schloss ist), betritt es, sucht den Speisesaal auf und FRISST den Tisch leer. Im Anschluss sucht sie ein Bett und macht ein Nickerchen. Alles eigenhändig natürlich, ohne Hilfe. Das reicht ihr aber dann auch schon.

So, Daddler (mir gefällt, dass das Wort eine Verwandtschaft mit „Daddy“ bzw. „Dad“ aufweist – sorry Zocker-Mamas).
Wie alt sind unsere Kinder? 5? 8? 10?
Was sollen sie spielen? Sicher kein Call of Duty. Auch kein Skyrim, und Dead Space schon gar nicht.

Aber welche Spiele eignen sich nun?

Ich möchte jetzt ein paar Spiele (PS3, evtl. Multiplatform) aufzählen, mit denen ich gute Erfahrungen gemacht habe. Dabei spreche ich weder als Wissenschaftler noch als Pädagoge, sondern einfach als selber daddelnder Vater, der schon einige Stunden mit seiner Tochter gezockt hat.
Generell gilt (eigentlich gesunder Menschenverstand, aber ich wills unbedingt trotzdem erwähnt haben): Wenn ihr mit euren Kindern etwas zocken wollt, spielt es vorher GRUNDSÄTZLICH ohne die Kinder an. Manches auf den ersten Blick kindgerechte Spiel entpuptt sich als comicbrutales, Furcht einflößendes und mit Schreckmomenten versehenes UNgeeignetes Game. Mancher knuddliger Ork bringt manches Kind zum Weinen. Es gibt Kinder, die haben Angst vor Shrek! Ja, Shrek ist ein Oger. Orks trifft man in Spielen jedoch deutlich häufiger.

Hier meine Kriterien für ein gutes „Kinder“-Spiel. Sie müssen nicht alle erfüllt werden, aber wünschenswert wäre es:
– kindgerecht; siehe oben. Keine ernste Brutalität („spaßige“ Brutalität hat es in Kinderzimmern, Kindersendungen und Kinderspielen immer schon gegeben – sei es jetzt Tom & Jerry oder Cowboy & Indianer), keine Schreckmomente, keine furchterregenden Kreaturen.
– niedriger Schwierigkeitsgrad; Es gibt für Kinder nichts frustrierenderes, als wenn sie nicht weiterkommen, und das schon zu Beginn.
– einfache Steuerung; Halte L1 gedrückt, drücke den linken Analogstick um die Luft anzuhalten, ziele mit dem rechten Analogstick, drücke mit R1 den Abzug. Gut, thematisch schon nichts für Kinder, aber selbst wir erwachsenen Daddler haben da manchmal steuerungstechnisch unsere Probleme. Nur linker Analogstick + 1 oder 2 Knöpfe? Perfekt!
– Erfolge und Belohnungen; Kinder sind überglücklich, wenn sie was geschafft haben. Das Trophy-System der PS3 z.B., meine Tochter hat einen eigenen Account und freut sich über jeden „Pokal“, den sie sich SELBST verdient hat. Auch wenn die Kamera am Levelende auf Sonic zoomt, der dem Spieler zuzwinkert und den Daumen nach oben reckt – „Gut gemacht, Spieler“.
– lokaler Mehrspielermodus, am besten Co-op; Die wenigsten Spiele kann ein kleines Kind alleine bewältigen. Rätselpassagen, Bossgegner, es gibt viele Hindernisse. „Ich mach das schon, halt mir den Rücken frei!“
– Spielfigurindividualisierung; Insbesondere für Mädchen wichtig, ich merk das ja an meiner kleinen Prinzessin. Ich weiß grundsätzlich, wenn ich Little Big Planet starte, kann ich eine viertel Stunde Nickerchen machen. Und nach jeder Runde Bomberman, wenn einer von uns einen Kostümkristall ergattert hat, MÜSSEN wir nachsehen, ob endlich die Prinzessinenkrone dabei war, oder das Vampirkleidchen.

Hier meine Top-Liste der Vollversionen, die sich auf jeden Fall lohnen:

LEGO STAR WARS (Complete Collection):
In der Complete Collection (ich empfehle die ausländische Version, denn Sprachausgabe gibt es eh nicht, nur Gemurmel – und sie ist gebraucht deutlich günstiger als die deutsche) spielt man sämtliche 6 Star Wars-Episoden nach, wobei die gesamte Umgebung und die Spielfiguren aus Legosteinen besteht.
Man sammelt kleine Legosteinchen, die man zwischen den Leveln im Shop gegen neue Spielfiguren und Raumschiffe eintauschen kann. Außerdem gibt es einen Figuren-Creator, bei dem man eigene Star Wars-Figuren aus verschiedensten Bauteilen herstellen kann. Wolltet ihr schon immer einen Stormtrooper sehen, der Leias Slave-Bikini trägt und ein lila Lichtschwert in der Hand hält?
Nein, ich weiß.
Aber meine Tochter.
– kindgerecht: ohne Einschränkungen. Klar, es gibt Lichtschwerter und Laserpistolen, aber das ist nichts, was wir 4jährigen uns damals nicht auch aus Ästen und Küchenpapierrollen gebastelt haben. In den Zwischensequenzen sieht man Figuren sterben (analog zu den Filmen), auf witzige Weise dargestellt. Selbst Oberbösewicht Darth Vader sieht zum Knuddeln aus.
– Schwierigkeitsgrad: Spring-, Kampf- und Rätseleinlagen. Für die Rätsel sind die Daddler zuständig (in der Regel auch ziemlich einfach gehalten; „Abgrund … Leia kann drüberspringen, aber C-3PO kanns nicht – doch er muss die Tür öffnen … ach schau mal, ein Kran!“). Kampf-Passagen sind sehr einfach, und wenn man doch mal „stirbt“, erscheint man unendlich oft an der gleichen Stelle wieder. Sprung-Parts sind auch allesamt schaffbar. Und ist eine Stelle doch mal etwas kniffliger, kann der weniger geübte Spieler jederzeit aus dem Spiel aussteigen und der Computer übernimmt (musste ich so zum Beispiel beim Kampf gegen den Imperator machen, wenn auch nur für wenige Augenblicke).
– Steuerung: linker Analogstick zum Laufen, X zum Springen, Quadrat zum Hauen/Schießen. Ab und an braucht man O, um mit Hilfe der Macht Objekte und Legosteine zu manipulieren (einfach gedrückt halten), und ganz selten Dreieck, um zum Beispiel in ein Fahrzeug einzusteigen.
– Erfolge/Belohnungen: Es gibt bei diesem älteren Spiel zwar keine Trophys, aber dafür im Spiel sehr vieles, was man freischalten kann. Schafft man einen Level, bekommt man meistens neue Spielfiguren. Mit den im Spiel gesammelten Legosteinchen kann man zwischen den Leveln weitere Figuren „kaufen“.
– Mehrspieler: DAS Aushängeschild von allen Lego-Spielen. Nicht nur, dass man es bequem zu zweit an einer Konsole spielen kann, nein, es können sich sogar übers Internet Leute dazuschalten, wenn mans erlaubt. Der Daddler erledigt die schwierigeren Parts, das Kind löst einfache Aufgaben und hilft bei den Kämpfen.
– Spielfigurindividualisierung: Bedingt, es gibt diesen Figurenkreator, den ich oben schon angesprochen habe. Diese Figuren kann man verwenden, um im Nachhinein im sogenannten „freien Modus“ geschaffte Level nachzuspielen. Dadurch, dass man in diesem Modus jede beliebige freigeschaltete Spielfigur benutzen kann, kommt man an viele Orte, die man im Story-Modus nicht erreichen konnte, daher sehr hoher Wieder- und Wieder- und immer-Wiederspielwert.

LITTLE BIG PLANET:
Hierbei handelt es sich um ein klassisches, aber dennoch sehr originelles Jump’n’Run. Sehr kreative Level mit vor allem zu Beginn einfachen Hüpf- und Rätsel-Passagen machen Groß und Klein viel Spaß. Hochdekoriertes Spiel, da es einen schier unendlichen Nachschub an durch die Community erstellte (qualitativ stark schwankende) Level gibt. Denn LBP kommt mit einem verhältnismäßig simplen Editor. Die Spielfigur, Sackboy, ist nicht nur niedlich, sondern auch unheimlich stark individualisierbar mit vielen Items, die man im Spiel aufsammeln kann.
– kindgerecht: Überwiegend. Einzelne Level jedoch (vor allem Community-Lvl!) sind gruselig aufgebaut und mit Schreckszenen gespickt. Im Südamerika-Level ist Voodoo das Thema, überall sind Skelette. Einfach vorspielen und dann auslassen, wenn man mit dem Kind spielt, die meisten Level sind allerdings völlig harmlos.
– Schwierigkeitsgrad: Die ersten Level sind sehr sehr einfach mit fairen Rücksetzpunkten und daher bei meiner Tochter besonders beliebt. Auch viele Communitylevel sind leicht zu meistern.
– Steuerung: Mit dem linken Analogstick steuert man den Sackboy, leider reagiert dieser etwas träge. Man braucht fast nur X zum Springen, ansonsten selten mal Quadrat, um ein Menü aufzurufen und manche Rätsel zu lösen (an bestimmten Stellen kann man z.B. im Hintergrund Sticker aufkleben, die man in diesem Menü auswählen kann). In diesem Menü befindet sich auch das Individualisierungsfenster.
– Erfolge/Belohnungen: Es gibt Trophys zu ergattern, das ist schonmal immer gut. In den Levels kann man Punkteblasen aufsammeln – hat man das Levelende erreicht, kriegt der mit den meisten Punkten zur kleinen Belohnung einen kleinen goldenen Pokal mit ner hübschen 1 drauf (keine Trophy, sondern einfach im Spiel wird er kurz angezeigt). Kann man als Daddler natürlich wunderbar steuern, wer mehr Punkte bekommt – meistens jedenfalls. Außerdem lassen sich viele viele große Blasen aufsammeln, hinter denen sich Items verstecken. Schnurrbärte, Sombreros, Hochzeitskleider, Katzennasen, Hasenohren, Ponchos, Löwenmähnen und und und.
– Mehrspieler: Lässt glaub ich sogar 4 Spielern an einer Konsole ran. Übers Internet können zusätzliche Spieler mit einsteigen.
– Spielfigurindividualisierung: Oh ja, gewaltig. Sackboy lässt sich jederzeit – während und zwischen den Levels – frei individualisieren mit den Items, die man bis zu dem Zeitpunkt gefunden (oder übers PSN gekauft) hat. Verschiedene Outfits lassen sich abspeichern, und es gibt so wahnsinnig viele Kombinationsmöglichkeiten, das ist nicht mehr feierlich! Witzig: Mit dem Digikreuz kann man die Mimik des Sackboys verändern, von fröhlich über traurig zu erschrocken bis wütend, in verschiedenen Stufen.

WIPEOUT HD:
Ein futuristisches Rennspiel mit Gleitern statt Autos. Wir alten Hasen kennen es noch aus den guten alten PSX-Zeiten (ja, damals, als die Abkürzung für die erste Playstation noch PSX lautete). Besticht durch seine sehr ansprechende Grafik und leichte Steuerung.
– kindgerecht: 100%. Gut, man kann mit Raketen auf seine Kontrahenten schießen, das könnte den einen oder anderen Erzkonservativen stören.
– Schwierigkeitsgrad: Spitze, mit der eingeschalteten Fahrerhilfe ist es unmöglich, große Fahrfehler zu machen. Die Banden halten einen ebenfalls immer im Rennen. Während man anderswo von der Strecke fliegt oder nach einem Crash versehentlich in die falsche Richtung fährt, geht es hier immer nur „geradeaus“. Die simple Steuerung tut ihr übriges.
– Steuerung: Wie gesagt, simpel. X zum Beschleunigen, linker Analogstick zum Lenken, Quadrat zum Extras einsetzen (Raketen, Schild, Turbo, Autopilot …), die man auf der Strecke einsammeln kann. Theoretisch gibts noch die hinteren Schultertasten, mit denen man Luftbremsen einsetzen kann. Hab ich aber selber bis heute noch nicht eingesetzt (bin halt kein übelst krasser Pro-Hard-Core-Gamer).
– Erfolge/Belohnungen: Trophysystem ist vorhanden, jedoch wird ein kleines Kind hier nur wenige bekommen können. Egal: Für meine Tochter ist es jedes Mal ein großer Erfolg, wenn sie nicht auf dem 8. und letzten Platz landet. Da freut sie sich riesig. Davon ab beglückwünsche ich sie aber auch sehr, wenn sie überhaupt ankommt – was bei Wipeout keine Selbstverständlichkeit ist. Darüber hinaus lassen sich zusätzliche Fahrzeuge freischalten.
– Mehrspieler: Ja, per Splitscreen an einer Konsole! Außerdem sind Online-Rennen möglich. Als Konkurrent kann man natürlich mitsteuern, wie das Kind abschneidet. Benutzt die Raketen und sonstigen Waffen doch einfach gezielt für einen ganz bestimmten Gegner. Fällt er aus, ist Platz 7 fast sicher.
– Spielfigurenindividualisierung: Ganz in Ordnung. Es gibt ein Dutzend Fahrzeuge, die in Farbgebung und Form sehr unterschiedlich sind, sie fahren sich auch anders. Zudem lassen sich über ein Treuesystem zusätzliche Fahrzeuge freischalten.

SACRED 2:
Bei Sacred handelt es sich um ein Hack’n’Slay, vom Spielprinzip Diablo sehr ähnlich. Bloß, dass es größtenteils an der frischen Luft spielt. Schön eingedeutscht, viele Quests, originelle Charakterklassen (Seraphim ist eine Art Engel, der Tempelwächter ist eine Maschine in Anubis-Krieger-Form) und unendlich Gegenstände. Unendlich Gegenstände? Unendliche Individualisierungen …
– kindgerecht: Grenzwertig. Für größere Kinder geeignet, denn als Gegner bekommt man nunmal keine Legofiguren vorgesetzt, sondern Goblins, Orks, Spinnen, Geister … unbedingt ausgiebig vorspielen, um ein Gefühl zu bekommen, an welcher Stelle welche Gegner kommen können. Übermäßige Gewaltdarstellung gibts aber nicht, und die Goblins benutzen auch keine („niedlichen“) Schimpfwörter mehr wie im ersten Teil, sondern hauen gerne einen witzigen Spruch raus („Hätt ich bloß auf meine Alte gehört!“)
– Schwierigkeitsgrad: Überhaupt kein Problem, wie man es von Hack’n’Slays gewohnt ist. Man kann sich ziemlich frei über die Karte bewegen. Ist ein Ort zu schwierig, weil die Gegner zu mächtig sind, geht man eben an einen anderen Ort, bis man stärker und besser ausgerüstet ist.
– Steuerung: Wächst mit dem Kind! Wirklich – man kann es extrem simpel halten (linker Analogstick zum Laufen, X zum Zuschlagen), man kann aber auch nach und nach Knöpfe „dazuschalten“. So lassen sich verschiedene Skills (z.B. die Zweitwaffe, oder ein magischer Feuerball) auf die anderen Tasten legen. Per Druck aufs Digikreuz nimmt der Held einen Heiltrank zu sich – nicht dringend nötig, denn das kann Daddel-Daddy auch (der Heiltrank wirkt auf alle Helden im Umkreis!). Aber inzwischen macht meine Tochter das selber, sobald es oben rechts in der Ecke rechts aufblinkt. Toll!
– Erfolge/Belohnungen: Trophysystem, ein paar auch für Kinder abgreifbar. Außerdem ist jeder Stufenaufstieg eine große Motivation, sowie jedes Mal, wenn man ein neues Schwert, einen neuen Helm oder neue Stiefel (Stiefel … geht das jetzt schon los mit dem Schuh-Tick?) findet, ein Grund sich zu freuen.
– Mehrspieler: Spitzenklasse, 2 Spieler an einem Bildschirm und zusätzlich können sich weitere Spieler online dazuschalten. Die Helden sind im Account gespeichert, heißt also, wenn mein Account aktiviert ist, schalte ich den meiner Tochter dazu, und sie kann sich einen ihrer Charaktere aussuchen.
– Spielfigurenindividualisierung: Absolut vorbildlich! Nicht nur, dass es sehr verschiedene Klassen gibt, die man im Auswahlbildschirm bereits leicht abändern kann (z.B. 2 Frisuren und etliche Haarfarben für die Seraphim), nein, jedes Item, das man anlegt, wird exakt auf der Figur abgebildet. Und es gibt so wahnsinnig viele, dass keine 2 Charaktere gleich aussehen.

BOMBERMAN ULTRA:
Hach Bomberman. DAS Multiplayerspiel meiner frühen Jugend. Spielprinzip für die, die es nicht kennen: In einer viereckigen Arena tummeln sich bis zu 8 niedliche Bombermen und -women, die versuchen, sich gegenseitig mit – na klar – Bomben in die Luft zu jagen. Der letzte, der übrig bleibt, gewinnt. Blöcke, die man wegsprengt, können Extras offenbaren, wie etwa ein längerer Feuerstrahl, zusätzliche Bomben oder Schuhe zum schneller Laufen. Ein Spaß für die ganze Familie.
– kindgerecht: Jaja schon gut. Man sprengt sich gegenseitig. Todesanimationen sind knuffig und völlig unbrutal, Blut gibt es auch keins. Die Figuren sind recht abstrakt gehalten. Ist übrigens sehr günstig im PSN-Store zu haben!
– Schwierigkeitsgrad: Einmal gelernt, nie mehr verlernt. Das Spielprinzip ist so simpel, die Steuerung ebenfalls. Gut, ok: Es wird einige Zeit dauern, bis das Kind die Kontrahenten nicht nur zufällig sprengt, sondern gezielt. Aber darum gehts nicht, es geht um den Spaß! Und den hat man bei diesem typischen Partyspiel ohne Ende.
– Steuerung: Analogstick für den Fußweg, X fürs Bombenlegen. Mehr braucht man nicht. Findet man bestimmte Extras, kann man per Knopfdruck die Bombe aufheben und wegwerfen, oder wegkicken. Diese Extras kann man aber auch abschalten oder ignorieren.
– Erfolge/Trophäen: Trophys ja, aber nur ganz wenige, die ein Kind auch schaffen kann, sag ich mal. Egal: Jede gewonnene Runde ist ein Riesenerfolg, jeder aufgesammelte Kostümkristall ein Grund zur Freude.
– Mehrspieler: MP ist das Aushängeschild von Bomberman. In dieser Version können wieder bis zu 8 Spieler an einer Konsole feiern. Online gehts auch. Schön: In einer bestimmten Spielvariante kann man, wenn man bereits gesprengt wurde (z.B. versehentlich von sich selbst), von außen Bomben ins Spiel werfen, um den Daddel-Nachwuchs tatkräftig zu unterstützen.
– Spielfigurenindividualisierung: Zu Beginn kann man sich fast nur die Farbe des Bombermans aussuchen, doch in fast jeder Partie erscheint ein Kostümkristall (oder wie die heißen). Mit jedem dieser Kostümkristalle wird ein weiteres Kleidungsstück freigeschaltet. Cowboyhut, Augenklappe, Astronautenanzug? Legionärshelm, Superheldenmaske, Ballerinakleidchen? Etliche Kombinationsmöglichkeiten, zum Ausrasten! Ist für meine Tochter die größte Motivation. Ob sie gewinnt oder nicht, ist egal – hauptsache einer von uns ergattert in der Runde den Kristall.

DUNGEON DEFENDERS:
Tolle Tower-Defense-Variante, bei der man zusätzlich seine Figur in 3rd Person durch die Areale steuert, im Level aufsteigt und Ausrüstung findet. Was ist Tower-Defense? TD ist so neumodischer Schnickschnack, sowas gab es zu unserer Zeit noch nicht. Ist tatsächlich entstanden als Mod für … StarCraft? WarCraft? Ich weiß nicht mehr. Vom Prinzip her gibt es einen Start- und einen Zielpunkt. Man muss mittels Verteidigungsanlagen (Türme, Wälle …) verhindern, dass die Gegner, die aus dem Startpunkt kommen, den Zielpunkt erreichen. Dungeon Defenders hat einen stark comichaften Zeichentrick-Look, auch in den Zwischensequenzen. Gegnerische Orks, Dunkelelfen, Goblins, Oger und sogar Dämonen sehen dementsprechend relativ niedlich aus.
– kindgerecht: Bedingt. Man muss sein Kind einschätzen können, siehe oben das Beispiel mit Shrek. Meine Tochter ist son Typ, sie hätte wahrscheinlich am liebsten einen Dungeon Defenders-Oger als Kuscheltier. Es fließt grünes Blut bei den Gegnern, wollts erwähnen. Bitte unbedingt vorspielen.
– Schwierigkeitsgrad: Recht simpel, wirklich. Daddler kümmert sich ums Eingemachte, stellt die Verteidigungen auf und entwickelt die Strategie. Kind übernimmt als Fernkämpfer (entweder die Jägerin oder der Zauberlehrling) eine sichere Position hinter den Verteidigungslinien und setzt den Bösewichten übel zu.
– Steuerung: Wie immer läuft man mit dem linken Analogstick, schlagen bzw. schießen geschieht mit R2. Weitere Tasten sind nicht nötig, jedenfalls für den Spieler, der sich auf den Fernkampf konzentriert. Fürs Errichten, Aufwerten und Reparieren der Verteidigungsanlagen werden natürlich weitere Knöpfe benötigt. Das Digikreuz ist für weitere Befehle wie Heilung oder besondere Skills zuständig.
– Erfolge/Belohnungen: Trophys gibt es. Wichtiger sind aber die Ingame-Erfolge beim Stufenaufstieg, oder wenn man neue Ausrüstung findet. Leider werden nur die Waffen am Charakter abgebildet.
– Mehrspieler: DD ist in erster Linie ein Mehrspielererlebnis. Bis zu 4 Spieler an einer Konsole, oder aber online. Außerdem sind bei DD genau wie in Sacred die Heroen accountgebunden. Funktioniert echt wunderbar, wie gesagt – das „Komplizierte“ erledige ich, meine Tochter spielt einfach drauf los.
– Spielfigurenindividualisierung: Ein bisschen. Bei der Char-Erstellung hat man die Wahl zwischen 4 natürlich komplett unterschiedlich aussehenden Klassen (Knappe, Zauberlehrling, Jägerin, Mönch). Zusätzlich kann man die Farbgebung aussuchen, für 3 verschiedene Teile (z.B. Haarfarbe, Hautfarbe, Kleidungsfarbe bei der Jägerin). Im Spiel werden nur die Waffen an der Spielfigur abgebildet, die auch jeweils sehr anders aussehen.

Darüber hinaus gibt es im PSN-Store zahlreiche kostenlose Demos, die ich ebenfalls empfehlen kann. Hier ein paar Beispiele:
Sonic & Sega Allstars Racing, Sonic Unleashed, Lego (egal welcher Teil, ob Batman, Star Wars – The Clone Wars, Harry Potter oder Fluch der Karibik), Star Wars – The Clone Wars: Republic Heroes …
Ausprobieren! Kostet nichts, und zu den meisten oben aufgelisteten Vollversionen gibt es ebenfalls Demos im PSN-Store.

So … sicherlich gibt es noch jede Menge mehr Spiele, die sich toll eignen. Aber ich sags nochmal: Bitte immer vorher antesten.
Und übertreibt es nicht. 4 Stunden Dauer-Wipeout würde selbst mich kirre machen.

Viel Spaß und Freude mit euren Kindern!

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11 Antworten zu Spielen ist was für Kinder

  1. Tom schreibt:

    Welches ist das Plugin an der Seite ? Das moechte ich auch!

  2. Wambologen schreibt:

    Tom! Verzeih, du bist im Spamordner gelandet und da haben wir dich jetzt erst entdeckt. Um ehrlich zu sein … was meinst du? 😀 Uns fehlt es noch an Erfahrung hier.

  3. Daniel schreibt:

    Vielleicht meint Tom das WordPressTheme (Design)?? Weil ein Plugin kann ich hier nicht entdecken 😉

    LG

  4. Daniel schreibt:

    Also laut meines Kumpels der neben mir sitzt ist er der Meinung das Tom das Theme meinte.

    LG

  5. Pingback: [MD] Landstalker | Wambologen

  6. brummbaer81 schreibt:

    Sacred 2 ist viel zu groß um kindgerecht zu sein. Das Runensystem zu komplex, nimmst zuviele von einer Sorte ist der cd zu lang, zu wenig hast keinen Schaden und die meißten Kinder wollten alles mal testen. Bei Sacred 2 sind aber zwei bis 3 skills Trumpf… ansonsten echt schöner Blog und netter Artikel.

    • Wambologen schreibt:

      (Christian-Comment) Dankeschön 🙂 ich stimme zu, Sacred ist durchaus komplexer. Aber als Begleitspiel ist es wirklich toll – Skillung und Spezialfertigkeiten übernehme ich immer. Meine Tochter freut sich nur immer riesig, wenn sie einen besseren Helm oder ähnliches findet. Das Herumlaufen im wirklich schön aussehenden Grünen, die vielen Städtchen, der Barde, der das Titellied singt (meine Kinder lieben den Song) …

  7. brummbaer81 schreibt:

    Deine Kinder haben Geschmack Blind Guardian ist toll. 😉 Okay als Begleitspiel wenn du den schweren Part übernimmst, kann ich mir das sogar vorstellen, hat ja auch schöne Reitmounts und es gibt immer was zu entdecken. Skylanders soll ja auch noch sehr schön sein, nur leider auch nicht gerade günstig.

    • Wambologen schreibt:

      (Christian-Comment) Ohja, bei Skylanders sinds auch die Kosten, die mich daran hindern. Bin froh, dass sie noch nicht in so einem Sammelalter sind.
      Immerhin: Bei Sacred bestimmen die Kinder zumindest, mit welcher Waffenart sie unterwegs sein wollen. Während mein Sohn einen großen Zweihänder bevorzugt, hat meine Tochter lieber zwei Einhänder. Oder einen Speer.

  8. Seaker schreibt:

    Ich empfehle dir Orcs must die 2;)

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