[MD] Master of Monsters

Grüße!Master of Monsters - Cover

Wenn es ein Spiel gibt, das mich in meiner frühen bis mittleren Kindheit am meisten und nachhaltigsten begleitet hat, dann ist es sicher Master of Monsters. Ich kenne es noch aus der Zeit, als wir (also mein Bruder und ich) noch keinen eigenen Mega Drive hatten, aber oft mal ein Wochenende bei unserer Tante und dem ich-sag-immer-noch-Onkel verbrachten – besagter Onkel hatte nämlich ALLES. PC, Mega Drive, Super-Nes … und StarQuest, aber dazu ein andermal mehr.

Christian spielt
Master of Monsters ist 1991 auf dem Mega Drive erschienen und stellt sowas wie ein geistiger Vorvater von Heroes of Might and Magic dar. In der Tat finden sich viele Elemente aus dem Fantasy-Rundenstrategie-Klassiker in diesem jetzt über 20 Jahre alten Goldstück wieder.

Auch MoM ist ein rundenbasiertes Strategiespiel im Fantasy- und Mythologie-Setting. Es gibt zwar zwei verschiedene Kampagnen, doch habe ich beide bis heute kaum gespielt – eine weitere Gemeinsamkeit mit HoMM. Insbesondere im Multiplayer auf einer der zahlreichen grundverschiedenen Karten zeigen beide Titel ihre wahren Stärken.
Zu Beginn entscheidet man sich für einen von 5 verschiedenen Magiern, vom Wizard über den Warlock bis hin zum Summoner ist nicht nur optisch eine gewisse Vielfalt da. Jeder Magier verfügt über verschiedene Zaubersprüche, und jeder von ihnen hat Zugriff auf ein unterschiedliches Repertoire an Kreaturen, die er (oder sie – Summoner ist tatsächlich die einzige Frau in diesem männerdominierten Gefilde) gegen die anderen in den Kampf schickt.

Bis zu vier Spieler – die restlichen Plätze werden von der KI gefüllt – suchen sich nun einen der Magier aus, entscheiden sich für eine Hintergrundmelodie und zu guter Letzt wird die gespielte Karte gewählt.
Das Spielfeld ist unterteilt in kleine Sechsecke, oder auch Hexfelder genannt, wie man sie auch aus dem Brettspiel Catan kennt.
Jetzt geht es endlich los: Ziel ist es, mittels seiner beschworenen Kreaturen auf der Karte verteilte Türme zu erobern, dank derer man noch mehr Monster herbeirufen kann. Und nun?
Na was wohl – Krieg!

Herzstück des Spiels sind – natürlich – die beschworenen Kreaturen. Monster trifft es nicht ganz, da viele Einheiten sehr menschlich sind. Die Drachen, Eisriesen, Einhörner, Seeschlangen, Golems, Minotauren, Echsenmänner, Dämonen und Trolle hingegen nicht. Jede Kreatur hat einen bestimmten Bewegungsradius, der übrigens vom Terrain abhängig ist, genau wie die Kampfwerte. Einem Pegasus ist es jedoch egal, ob er über Wasser oder durch die Berge fliegt, bei einem Octopus sieht die Sache schon ganz anders aus. Der tut sich – ähnlich wie die Meerjungfrau – in einer Wüste sehr schwer.
Landet dann also ein Engel auf einem Feld neben einem verfeindeten Minotaurus, kommt es (wenn gewünscht) zum Kampf. Bevor es losgeht, entscheidet man sich noch für Nah- oder Fernkampf (die Trefferwahrscheinlichkeit, die von Faktoren wie Umgebung oder Angriffsart beeinflusst wird, wird hier angezeigt), dann wird in den Kampfbildschirm gewechselt. Aufs Geschehen hat man jetzt keinen Einfluss mehr, das Scharmützel läuft automatisch ab. Während Ritter mehrmals zuschlagen, langt ein Golem lediglich einmal hin – dann wächst dort aber auch kein Gras mehr.
Ist der Kampf vorbei, erhalten die Teilnehmer Erfahrungspunkte – jeweils 8, wenn beide überlebt haben, und 16 für den, der dem anderen sämtliche verbleibenden Hitpoints abgezogen und diesen damit getötet hat. 32, wenn der besiegte Gegner mindestens eine Stufe über dem Sieger war.

Und das ist ein weiterer entscheidender Aspekt des Spiels: Jede Kreatur kann sich auf diese Weise mindestens einmal weiterentwickeln, sie wird dadurch stärker, robuster und schneller, wechselt dabei mitunter komplett die Form, besonders interessant wird es bei den Drachen – sie entwickeln sich unterschiedlich, je nach dem, welcher Magier sie beschworen hat.
Dabei kann es aber auch zu besonders absurden Verwandlungen kommen: Ist die Evolution eines Barbarenkriegers zu einem Berserker noch nachvollziehbar, ist es mir völlig schleierhaft, wie aus einem römischen Legionär ein Karthager werden kann. Sammelt dieser auch noch genug Erfahrungspunkte, wird aus ihm was?
Caesar.
Nicht schlecht!

Jahre später sollte ein anderes Spiel durch dieses Prinzip wahnsinnig erfolgreich werden – Pokemon.

Genau wie dort macht es einen großen Teil des Spaßes und der Motivation aus, seine Kreaturen zu leveln und sie in den Kampf ziehen zu lassen.

Irre: Gerade erst in diesem Moment wird mir klar, dass Master of Monsters aus heutiger Sicht eine Mischung aus Heroes of Might and Magic und Pokemon ist. Leider, trotz Nachfolger auf der Playstation, lange nicht so berühmt.

Zwei etablierte Spielsysteme, vereint in einem einzigen Klassiker – Nostalgiker, HoMM- und/oder Pokemon-Fans, ihr werdet einen Blick auf ebay oder einen Flohmarkt nicht bereuen. Vor allem bei einer gemütlichen Runde mit mehreren Männern – und Gamerweibchen – könnt ihr euch überzeugen, dass es noch viele viele Perlen zu entdecken gibt.

Und Master of Monsters ist eine ganz wichtige.

Advertisements

Über Wambologen

Besucht uns auf Facebook! http://www.facebook.com/pages/Wambologen/216884481733762
Dieser Beitrag wurde unter Christian spielt, Die Wambologen abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

4 Antworten zu [MD] Master of Monsters

  1. Feralus schreibt:

    „Master of Monsters ist 1991 auf dem Mega Drive erschienen und stellt sowas wie ein geistiger Vorvater von Heroes of Might and Magic dar.“

    1990 kam mit Kings Bounty der direkte geistige Vorvater von Heroes von der Firma die dann Heroes erschaffen hat 😛

    • Wambologen schreibt:

      (Christian-Comment) Ja, aber nein, aber ja, aber nein … zum Glück schrieb ich nicht „stell DEN geistigen Vorvater dar“ 😛 ja, King’s Bounty schwirrte auch in meinem Hinterkopf, aber dass es auch von New World Computing ist, war mir gar nicht bewusst.

  2. Pingback: It’s a long road … | Wambologen

  3. Pingback: Christian – 50% der Wambologen | Wambologen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s