[PC] Jagged Alliance 2

„Chaben gefasst Entschluss zu töten grroße Ivan!“
Falsche Entscheidung.

Richtige Entscheidung: Jagged Alliance 2 einlegen, in meinen Augen das wahrscheinlich beste bis heute erschienene Videospiel. Und die Fan-Mod 1.13 sorgt auch noch dafür, dass dieses bereits komplexe, umfangreiche und spaßige Spiel noch komplexer, umfangreicher und spaßiger wird. Und hübscher.

Christian spieltFrauen – du kannst nicht MIT ihnen leben … ENDE!
Dies dachte sich nicht nur unser aller Held Al Bundy, sondern auch König Enrico Chivaldori, demokratisch gewählter Regent vom fiktiven afrikanischen Kleinstaat Arulco. So war es nämlich seine Angetraute Deidranna, die ihn hinterrücks ermorden lassen wollte, um anschließend selbst die Herrschaft an sich zu reißen und sich zur Diktatorin ernannte. Aufstände unterdrückte sie gewaltsam, den Staatsetat gab sie fortan für Waffen und Kosmetika aus.
Arulcos Bevölkerung verarmte, die Wirtschaft brach zusammen, organisierte Kriminalität machte sich neben Deidrannas Schreckensregime breit.

Doch Chivaldori war nicht gestorben.
Er verbündete sich mit seinem ehemaligen Konkurrenten Miguel Cordona, dem Anführer der Widerstandsbewegung, und setzte sich ins Ausland ab, um von seinem übrigen Geld einen Söldner anzuheuern.

Da beginnt das Spiel:Ingame-Laptop
Laptop aufgeklappt, Mails gecheckt – zunächst kann man (muss aber nicht!) sich bei BSE gegen einen kleinen Obolus einem witzigen Persönlichkeitstest mit Multiple-Choice-Fragen unterziehen. Anschließend vergibt man noch Punkte auf Attribute wie Kraft, Medizin oder Zielgenauigkeit und entscheidet sich für Perks wie Schlösser knacken, Führungsstärke oder Nachteinsatz. Neben der Stimme kann man sich ebenfalls ein kleines Foto aussuchen.
Oh ja, genau! Das war soeben die Charakter-Generierung!
Und somit steht der erste Arulco-Reisende fest.
Doch ein Mann allein kann es nicht mit der hochgerüsteten Armee eines ganzen Landes aufnehmen.
Deswegen statten wir der Website von A.I.M. einen Besuch ab, ein Unternehmen, das den Kontakt zu Söldnern von aller Welt vermittelt.
Jetzt hat man die Qual der Wahl, denn immerhin stehen mehrere Dutzend verschiedene Charaktere bereit. Und ja, Charaktere trifft es sehr gut – denn es handelt sich nicht um bloße Söldner mit irgendwelchen Namen und irgendwelchen Attributen.Ivan Dolvich - wenn ich nicht sagen nichts, vielleicht ich kann bechalten!
Es handelt sich um richtig unterschiedliche Typen, bei denen viele Klischees und Vorurteile bedient werden.
Oder ist es Zufall, dass Ivan Dolvich, ehemaliger Rotarmist, so irre viel Ähnlichkeit hat mit Ivan Danko aus Red Heat?
Diese Söldner sind die Stars von JA2. Ähnlich wie bei Valkyria Chronicles wachsen sie einem im Laufe des Spiels dermaßen ans Herz, dass man unter keinen Umständen auch nur einen von ihnen verlieren will.
Übrigens kann ich Ivan jedem wärmstens empfehlen: Neben hoher Treffsicherheit ist er auch noch ziemlich kräftig und geübt mit Sprengstoffen. Ein hervorragender Allrounder!
Deswegen gehört er – neben Scope, einer Scharfschützin mit heftigem amerikanischem Akzent – immer zu meinem Startteam dabei.
Bevor es aber jetzt richtig losgeht, schaue ich stets der Homepage eines Blumenladens vorbei. Dort bestelle ich ein hübsches aber nicht zu teures Buquet, füge ein freundliches Kärtchen hinzu und lasse es schnellstmöglich an Frau Deidranna Reitman liefern. So. Jetzt bin ich optimal für den Befreiungsfeldzug vorbereitet.
Also setzen wir uns zu dritt (mein Alter Ego, Scope und Ivan) in einen Hubschrauber, fliegen bei der Rebellenhochburg Omerta über die Grenze und stürzen uns direkt in den ersten Kampf.

Dieser läuft zunächst in Echtzeit ab: In einer isometrischen Sicht steuere ich die Söldner einzeln oder in einer Gruppe über die Karte, hasche stehend, Willkommen in Arulcohockend oder liegend von Deckung zu Deckung, bis einer meiner Söldner den ersten Feind erspäht. Sofort wechselt das Spiel in den rundenbasierten Modus. Ähnlich wie bei Fallout 1/2 oder UFO haben meine Eindringlinge eine gewisse Anzahl an Aktionspunkten, die sie fürs Bewegen, Nachladen und natürlich Schießen verbraten können. Beende ich meine Runde, ist die Armee Arulcos dran.
Jetzt ist es praktisch, wenn ich meine Figuren geschickt positioniert und nicht alle Punkte aufgebraucht habe, denn dann habe ich die Chance, gegnerische Aktionen zu unterbrechen und zum Beispiel einen heranstürmenden Feind ins Kreuzfeuer zu nehmen.
Nach wenigen Schuss ist es klar – das war nur eine harmlose Patrouille.
Ein zu neugieriges Kind führt einen versehentlich zu seiner Mutter, die, als sie erkennt, dass wir von dem geliebten Ex-König geschickt worden sind, uns zum Nest des Widerstandes bringt.
Miguel Cordona, der Anführer, schöpft Hoffnung und überstellt Ira in meinen Dienst. Ira ist nicht die beste Schützin. Von Sprengstoff hat sie auch keine Ahnung. Muskeln sind bei ihr Fehlanzeige. Ja sie ist nichtmal sonderlich hübsch.
Aber sie ist verdammt gut darin, Milizen zu trainieren und kleine Wunden zu verbinden.
Zwei Eigenschaften, die ich unbedingt brauche, um den Flugplatz in der Stadt Drassen sowie die dazugehörige Mine zu erobern und zu halten. Das gefällt Deidranna nicht, ganz und gar nicht.
Jeden meiner Fortschritte, jeden ihrer Rückschläge lässt sie an ihrem engsten Berater aus.
„Elliott, Sie Schwachkopf!“ Die anschließende Watschen tut sicher weh und hinterlässt merklich Spuren an seinem Gesicht. Elliott nimmt es wie ein Mann und überlebt später sogar einen Kopfschuss aus nächster Nähe. Eins steht fest: Im Töten ist Deidranna nicht sonderlich gut.

Ein weiteres halbes Dutzend Städte gilt es einzunehmen, und in jeder findet sich eine Besonderheit. Die eine war ein Touristenparadies, eine andere beherbergt den Kingpin, Arulcos Mafiaboss – samt Bordell, Boxring und Waffenschmuggler. Alma hingegen wird von den Soldaten des Landes bewohnt, dessen Eroberung ein tüchtiger Schlag in Deidrannas hässliches Gesicht darstellt. Viele Nebenquests sorgen für Abwechslung. Mal gilt es, gestrandete Urlauber (Aruba! Wie kann man Aruba mit Arulco verwechseln! Amis …) zu eskortieren. Eine Mutter bittet einen, ihren ausgerissenen Teenagerbengel zu suchen. Ein Kopfgeldjäger bittet um Unterstützung bei der Jagd nach seiner Beute.
In Drassen steht außerdem tatsächlich ein unversehrter Hubschrauber. Äußerst nützlich – wenn nicht Deidrannas Raketenstützpunkte wären. Und wenn man einen Piloten hätte …

Je weiter man voranschreitet, umso treuer wird die Bevölkerung. Die Minenarbeiter schuften härter, Cordona stellt weitere Söldner zur Verfügung und kämpft schließlich selbst an der Seite des „A-Teams“.
Die Söldner verbessern sich ebenfalls, nicht nur über ein gut gemachtes learning-by-doing-System, sondern auch ganz simpel, indem sie z.B. den Umgang mit Sprengstoff oder ihre Geschicklichkeit beim Schlösser knacken tranieren. Bestimmte Söldner eignen sich dabei sogar als Lehrer, um schneller Fortschritte erzielen zu können.

Dabei darf man eins nicht vergessen: Man hat es eben immer noch mit Söldnern zu tun. Ohne Moos nix los – wer alles Geld für Waffen und Milizen ausgibt, hat hinterher nichts übrig, um die Verträge zu verlängern. Wer all sein Geld zu früh in zu viele Top-Söldner steckt, dem geht mitten im Kampf die Munition aus. Halten sich Söldner und Ausrüstung die Waage, es mangelt aber an Geld, um Milizen auszubilden, dann … hachja.
Der Wirtschaftsteil macht eine Menge des Spaßes und der Herausforderung aus.
Bin ich zu Beginn nur mit meiner kleinen Hand voll Kämpfern beschäftigt, verwalte ich später das ganze Land. Ich verteile Milizen, trainiere meine Söldner, kümmere mich rechtzeitig um Verhandlungen, verkaufe überschüssige Waffen, bestelle Rüstungen, Granaten, Arztkoffer, Benzin für die Fahrzeuge und vieles mehr, halte meinen Kunden bei Laune – ohja. Die Befreiung Arulcos ist kein Spaziergang. Wer glaubt, nach der Eroberung der ersten Mine sich gemütlich einigeln zu können, liegt falsch. Enrico Chivaldori, der Auftraggeber, wird irgendwann ungeduldig. Und das Volk auch.
Wirklich ausruhen kann man sich erst an einem Punkt: Wenn der Sieg unmittelbar bevorsteht. Wenn Deidranna in der Hauptstadt eingekesselt, ihre Armee zerschlagen und der Großteil des Landes gesichert ist.
Doch bis dahin ist es ein weiter, harter Weg.

Besonders, wenn man vor Spiebeginn den Sci-Fi-Modus anschaltet.
Zu einem bestimmten (zufälligen?) Zeitpunkt wirft eine der Minen nur noch wenig Ertrag ab – immer mehr Minenarbeiter verschwinden. Anwohner berichten von Geräuschen.
Logisch, dass wir einen Trupp losschicken, um nach dem Rechten zu sehen.
Hoffentlich schwerst bewaffnet … denn was einen dort erwartet, würde selbst Deidrannas Herz in ihre Hose rutschen lassen.
Alienkäfer, so groß, dass sie eine Kuh verschlucken könnten. Wenn ihre Königin ihnen was übrig lässt.

Was bleibt noch zu sagen, über Jagged Alliance 2, das Spiel für die Ewigkeit?

Dass man spätestens beim zweiten Anlauf mit der Mod „V1.13“ spielen sollte – allein schon wegen der höheren Auflösung (1024×768 statt 640×480).
Weitere Features:
– erweiterte Gegner-KI
– Unterdrückungsfeuer kann bei Freund und Feind Aktionspunkte reduzieren
– Wettersystem mit Regen
– nahezu unendlich viele neue (reale) Waffen und Munitionstypen
– komplexeres Inventarsystem
– individuellere Charaktererstellung (Ändern des Aussehens und der Statur)

Ihr bekommt sie bequem auf der offiziellen Seite der Mod.

Note: 9.5 / 10
Empfehlung für: Rundenstrategie-Fans und Leute, die über veraltete (aber detaillierte!) Grafik zu Gunsten eines großartig funktionierenden und packenden Gameplays hinwegsehen können.

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4 Antworten zu [PC] Jagged Alliance 2

  1. Seaker schreibt:

    Das beste Spiel, das jemals gemacht wurde!!! Habe alle Teile gespielt..und das neue Back in Action ist einfach nur ein Billiger abklatsch -_-

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