Star Stable Online – Nur was für kleine Mädchen?

SSO Alala
Okay, okay, ich gebe es zu. Zwischen Metin und WoW gab es noch ein paar andere Spiele, die ich so gespielt habe.
Eins davon war Star Stable Online, kurz SSO.

Wie jemand von Darksiders, Borderlands und BioShock zu niedlichen kleinen Pferdchen wechseln kann?
Ganz einfach: Ich wollte nicht alleine spielen. Der Gatte hatte zu der Zeit einige eigene Spiele, hauptsächlich Survival- und Aufbauspiele am Laufen, die mich nicht die Bohne interessiert haben. Skyrim hing mir zu der Zeit aus dem Hals raus und die anderen Sachen haben mich auch nicht motiviert.
Was ich an Skyrim (und auch in vielen anderen Spielen) allerdings mega gut fand, waren Mounts.

Egal in welchem Spiel, wenn man Pferde oder was Ähnliches reiten kann, verbringe ich meine Zeit oft damit, Schnellreisen oder Portsteine zu ignorieren und einfach auf meinen Reittieren durch die Gegend zu eiern. Dass der Luzide Albtraum in WoW nicht fliegen kann, stört mich zum Beispiel nur wenig.

Also habe ich nach Spielen gesucht, in denen das Hauptmerkmal auf Reiten liegt. Viele davon waren Singleplayer, einige kannte ich und die Spielprinzipien haben mich so gar nicht überzeugt (baue deinen eigenen Reiterhof auf, pflege dein eigenes Pferd, Gewinne bei Turnieren, bla bla), so nach dem Motto kennt man eins, kennt man alle.

In SSO aber habe ich ein MMO gefunden, in dem man mit anderen Spielern zusammen Ausritte organisieren kann, in einer offenen Welt.
Soweit man dafür zahlt, versteht sich. Aber verglichen zu anderen Onlinespielen lässt sich SSO mit wenig materiellem Aufwand spielen.

Recht schnell hatte ich die erste Gilde – einen sogenannten Reitclub  – gefunden, und die Gründerin war nett und hat mir alle meine Noob-Fragen geduldig beantwortet.
Leider habe ich sie darauf hin nie wieder gesehen und bin kurz darauf in einen reinen Ü18-Club gewechselt.

Der ist irgendwann zwar auch auseinander gebröckelt, und der dortige Hauptkader hat irgendwann den Server gewechselt, aber einige Freunde und ich sind geblieben und können mittlerweile auf stolze zwei Jahre unsere Clubs Glade Crows zurückblicken – wenn auch mit wechselnd ausgeprägter Aktivität.

Aber kommen wir zurück zum eigentlichen Spiel, das war ja nun auch genug des Einleitungsgelaber (und meine Werbung ist platziert, höhö).

Die Grafik ist Comicartig gehalten, viele der vor allem älteren Pferde wirken kantig und haben daher ein bisschen was von Retrografik.
Das war auch lange Zeit mit den Städten so, mittlerweile wird dort allerdings dran gearbeitet und die ersten Städte wurden wirklich gelungen „modernisiert“.
Neuere Pferde sind auch deutlich flüssiger und abgerundeter, sowohl in Aussehen als auch in ihren Bewegungen und auch der Spielcharakter wurde aufgehübscht.

Die Steuerung auf dem Pferd an sich ist sehr intuitiv und leicht umzusetzen, rein theoretisch bräuchte man nicht einmal eine Maus, um die Kameraperspektive zu ändern. Für Leute wie mich, die alles rundum im Blick haben wollen, ist das aber auch wie in quasi jedem Videospiel gelöst.
Leider kann man erst springen, wenn man ein sogenannter Star Rider ist – darauf komme ich aber später noch einmal im Detail zurück.

Zu Fuß funktioniert die Steuerung ähnlich wie auf dem Pferd, allerdings bewegt sich der eigene Charakter deutlich plumper fort und zumindest ich habe und hatte oft einige Probleme dorthin zu gelangen, wo ich zum Beispiel mein Pferd geparkt hatte. Wirklich tragisch ist das allerdings nicht, da ein Großteil der Spielzeit ohnehin im Sattel verbracht wird.

Die Community besteht tatsächlich zu einem gefühlt sehr großen Teil aus um die 14-Jährigen Mädchen, man findet aber auch schnell viele nette ältere Menschen im Spiel, die sind halt nur in den öffentlichen Chats nicht so aktiv.
Insgesamt aber ist – von einigen Zickereien, wie sie in Multiplayergames eh immer vorkommen mal abgesehen – die Community sehr nett und hilfsbereit.
Viele der Reitclubs bieten an, andere in ihre Aktivitäten mit einzubeziehen und es gibt eine sehr beliebte Art der Rollenspiele, wo man so tut, als sei man ein Wildpferd. Tatsächlich ist SSO diesem Spiel sehr entgegengekommen, da man bis vor einiger Zeit noch einen Bug anwenden musste, um Spieler und Ausrüstung unsichtbar zu machen – mittlerweile kann man es (glaube ich zumindest, ich hab’s noch nicht ausprobiert) aber auch einfach im Game einstellen. Yay!

Die Story an sich teilt sich in eine Hauptquestreihe auf, dann gibt es Gebietsabhängig noch jeweils eine lokale „große“ Questreihe und einige Nebenquests.
Den Charakter levelt man über diese Quests, neue Gebiete schaltet man durch Levelaufstieg oder einen bestimmten Ruf bei den jeweiligen Gruppierungen frei.

Pferde werden bei Pferderennen gelevelt. Diese Rennen erhält man im Laufe der jeweiligen Gebietsquest oder bei Erreichen eines beliebigen Rufs.
Im Gegensatz zu den Storyquests kann man die Rennen täglich wiederholen, da jedes neue Pferd, das man sich kauft, wieder bei Level eins startet.
Wahlweise kann man auch die Premiumwährung Starcoins bei Pferdetrainern ausgeben, um das Pferdelevel zu erhöhen. Der Preis variiert dabei je nach Level.

Damit kommen wir jetzt also zum Star Rider. SSO wird zwar hauptsächlich von jungen Mädchen gespielt (gefühlt zumindest), ist aber kein Free to Play MMO.
Zum Testen kann man bis Level fünf (von neunzehn) spielen, was einen durch das Gebiet des Startgestüts und in die nächste Stadt führt, danach sieht man rot leuchtende Verbotszeichen in der Luft schweben und läuft gegen unsichtbare Wände, wenn man versucht, durch die durchzukommen.

Um alle Gebiete (und damit auch alle Pferde) freizuschalten, muss man entsprechend Star Rider werden.
Diesen Titel kann man entweder monatlich, quartalsweise oder auf Lebenszeit erwerben. Natürlich bekommt man dadurch nicht nur Zugang zu den anderen Gebieten (und damit Pferden und neuen Leveln), sondern auch einige Kleidung mit keinen oder nicht all zu guten Stats geschenkt sowie jeden Samstag 100 Starcoins, die Premiumwährung.
Warum ich gerade letzteres erwähne hat übrigens auch einen Grund: Neue Pferde kann man nur mit Starcoins kaufen. Je nach Typ variieren die Preise zwischen 500 und 900 Star Coins.

Ich persönlich habe mir zuerst eine Testphase von einem Monat gegönnt, um zu gucken, ob ich überhaupt längerfristig an dem Spiel interessiert sein würde. Das ist allerdings schon eine ganze Weile her, daher kann ich mich nicht mehr so genau an den Preis erinnern.
Sobald ich mir sicher war, dass ich die 60€ für den Lifetime-Starrider auch „abspielen“ würde, habe ich mir das dann geholt, da ich darin die meisten Vorteile erkenne.

Selbst wenn ich nicht spiele, bekomme ich dauerhaft die 100 Starcoins gutgeschrieben. Sprich: Wenn das böse Reallife wieder über mich herfällt, kann ich mir sobald ich wieder mehr Zeit zum Spielen habe, neue Pferde holen. Yay!
Außerdem muss ich nicht alle paar Wochen zusehen, das Abo zu verlängern (es gibt auch automatische Abbuchungen, aber da bin ich halt nicht so der Fan von).
Insgesamt hat man nach einem halben Jahr als Starrider quasi das Lifetime“abo“ bezahlt. Wenn man dann noch etwas Geduld mitbringt und nicht immer jedes neue Pferd sofort haben muss (diese schreckliche Sammelwut, eieiei), muss mit dem Lifetime Star Rider keine zusätzlichen Star Coins mehr kaufen. Man muss nur ein paar Wochen warten.

Zusätzlich kann man natürlich auch die Prämiumwährung ohne den Star Rider kaufen. Ohne entsprechende Rabattaktionen finde ich die dortigen Angebote allerdings nicht allzu überzeugend, 33€ für 4.000 Coins ist mir einen Ticken zu happig.

Kommen wir also zum Fazit. SSO ist sicherlich nicht für jeden was. Hauptsächlich spielen Kinder das Spiel, und für selbige ist es auch definitiv konzipiert.
Die Community ist meistens sehr freundlich, man merkt gerade nachmittags allerdings schon, dass viele jüngere Spieler auf den Servern unterwegs sind.
Trotz allem gibt es auch recht viele ältere Spieler, die sich die Zeit in SSO vertreiben.

Wer Action sucht, wird sie definitiv nicht finden. Zwar gibt es ein paar Rennen und auch große Championate, wo man gegen viele andere Spieler antreten kann, das ist aber auch schon das Höchste der Gefühle.
Wer allerdings ein Spiel zum abschalten und entspannen sucht und eher Wert drauf legt, seine Gedanken schweifen oder seiner Fantasie freien Lauf zu lassen, oder halt einfach ein Pferde-Nerd ist, so wie ich, der könnte sich tatsächlich wohl fühlen, in diesem liebevoll inszenierten Spiel.

Letzten Endes ist es aber auch hier wie in den meisten MMOs, der Spaß steht und fällt mit den Mitspielern. Ich hatte da großes Glück, bei den Glade Crows zu landen und auch sonst viele nette Spieler zu treffen und wenn der ganze Stress mit dem Haus vorbei ist, werde ich sicher auch wieder vermehrt in SSO anzutreffen sein.
Wer weiß, vielleicht quäle ich die Leute ja sogar mal mit einem kurzen SSO-Video.

Heute habe ich dann mal ausgewiehert. Hüüüüüüüh!

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